3 verschiedene Meditationstechniken

Wer sich schon einmal mit dem Thema „Meditation“ beschäftigt hat, der wird festgestellt haben, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Meditationstechniken gibt. Denn Meditation ist viel mehr als Entspannung. Seit vielen Jahrtausenden meditieren Menschen aller Kulturen, um zu innerem Gleichgewicht und zu Harmonie zu finden. In manchen Religionen ist sie der Weg zu spiritueller Erleuchtung, doch darüber hinaus hilft regelmäßige Meditation, das Konzentrationsvermögen zu erhöhen, stärkt das Selbstwertgefühl und fördert das physische und psychische Wohlbefinden. Klinische Studien konnten hier die positiven Wirkungen von Meditation eindrucksvoll nachweisen. 

 

Transzendentale Meditation

Die Transzendentale Meditation (TM) wurde in den 1950er Jahren begründet durch den Inder Maharishi Mahesh Yogi. Heute wird diese Meditation in Kursen unterrichtet, welche aus sieben Schritten bestehen. Diese muss man absolvieren, um danach selbständig die Meditation ausführen zu können.

Der erste Schritt besteht aus zwei Vorträgen. Im ersten Vortrag erhält man eine Übersicht über die Persönlichkeitsentwicklung durch das Programm der TM. Während des zweiten Vortrages erfährt man mehr über die Herkunft, die Entwicklung und die Mechanismen der Transzendentalen Meditation. In der dritten Stufe kommt es zu einem persönlichen Kennenlernen zwischen Schüler und Lehrer, erst dann folgt das Erlernen der eigentlichen Meditationstechnik. Dies erfolgt an weiteren 4 Tagen. Während des ersten Tages erhält man direkte Anweisungen und persönliche Weisungen zur Meditation. Die folgenden Übungstage dienen der Festigung der Praxis, dem Einüben und der Überprüfung der während der Meditation gemachten Erfahrungen.

Die Meditationshaltung soll möglichst aufrecht im Sitzen erfolgen, hierbei sind die Augen geschlossen und gedanklich wiederholt man ein selbstgewähltes Mantra, wie beispielsweise das bekannte „Om“, „Satnam“ oder auch „Ek Ong Kar“. Hierdurch wird die Gedankenaktivität reduziert und das Bewusstsein für die tiefgehende spirituelle und transzendentale Erfahrung geöffnet.

Ich liebe es zu Mantras zu meditieren. Deswegen habe ich mir von Jai-Jagdeesh einige Titel auf meine Meditations-Playlist runter geladen.

Kundalini-Meditation

Die Kundalini-Meditation hingegen braucht keine separate Einweisung. Sie ist sehr einfach selbständig zu erlernen und auszuüben. Diese dynamische Meditation wurde von Osho entwickelt und besteht aus vier Stufen.

Die Meditation beginnt mit einer Schüttelphase von 15 Minuten. Du stehst locker und entspannt, wenn du magst, kannst du die Augen schließen, um dich so noch besser in den Klang der Musik hineinfallen zu lassen. Nun beginnst du mit einer leichten Bewegung der Knie und überlässt den gesamten Körper vollkommen dem Rhythmus der Musik. Ohne Zwang und ohne bewusstes Zutun darf der ganze Ballast, den du trägst, abgeschüttelt werden. Dabei sollte immer auf den Atem geachtet werden, denn so selbständig wie er fließt, darf auch die Bewegung aus dem Inneren heraus geschehen. Es darf sich zeigen, was gesehen werden will.

Die Schüttelphase geht nun in die Phase des Tanzes über. Verspielte Töne inspirieren zu tänzelnden Bewegungen. Ob du die Augen öffnen oder lieber schließen möchtest, solltest du ausprobieren. Geschlossene Augen erleichtern manchen Menschen das Abschalten und das Sein im Hier und Jetzt, da keine äußeren Einflüsse visuell wahrgenommen werden und das Versinken in den Tanz stören können. Auch hier solltest du versuchen, den Kopf auszuschalten und Gedanken weiterziehen zu lassen. Alles darf sein und alles ist gut so, wie es genau in diesem Moment ist.

Für die dritte Phase setzt du dich hin oder bleibst aufrecht stehen. Hier geht es nun darum, die Aufmerksamkeit vollkommen auf das Innere zu richten, sich selbst zu beobachten und wahrzunehmen, was gerade im Körper passiert und wie er sich anfühlt. Gedanken, die kommen, dürfen auch hier weiterziehen.

Die letzte Phase ist das Liegen in der Stille. Nichts drängt und nichts muss. Nimm die Entspannung wahr, die sich durch deinen gesamten Körper ausbreitet. Du darfst einfach nur da liegen uns sein. Ein Gong zeigt das Ende der Meditation an.

 

Geführte Meditation

Bei der geführten Meditation wird man mit Hilfe einer gesprochenen Geschichte oder eines spirituellen Textes in den Zustand der Entspannung hinein geführt. Während man aufmerksam den Worten lauscht, kann sich die eigene Phantasie im Inneren entwickeln und ganz eigene, kreative Bilder vor unser inneres Auge zaubern. Auch hier darf man störende Gedanken kommen und wieder gehen lassen, ohne sich an ihnen festzuhalten. Man folgt mit der gesamten Aufmerksamkeit der Geschichte des Erzählers. Unangenehme Textpassagen dürfen ausgeblendet werden, man folgt nur dem, was sich gut anfühlt. Somit lernt der Meditierende, sich selbst wieder besser wahrzunehmen und seiner inneren Führung zu vertrauen.

Diese Meditation ist vor allem für die Menschen geeignet, die sich noch schwer damit tun, sich in der Stille vollkommen auf das Innere zu konzentrieren. Eine geführte Meditation kann hier sehr hilfreich sein, besonders um störendes Gedankenkreisen zu unterbrechen.

 

Vipassana Meditation

Vipassana bedeutet soviel wie „Einsicht“, weshalb die Vipassana-Meditation auch als „Einsichtsmeditation“ bezeichnet wird. Auch hier geht es darum, sich weg vom Außen, nur auf sein Inneres zu konzentrieren. Störquellen sollten möglichst ausgeschaltet werden. Zu dieser Meditation wählt man idealerweise eine sitzende Position. Man kann die Vipassana-Meditation sowohl alleine als auch unter Anleitung eines Lehrers in einem Meditationszentrum durchführen. Wichtig dabei ist, die Gedanken loszulassen, die sich immer wieder ins Bewusstsein drängen. Dies bedarf einiger Übung, doch je öfter man meditiert, umso leichter wird es fallen, mit dem Geist im Hier und Jetzt zu bleiben, nur noch wahrzunehmen und nicht mehr zu bewerten. Erst wenn man losgelöst ist von allen physischen Beeinträchtigungen und Einflüssen, gelangt man zu den Tiefen des Unterbewusstseins und zu den Quellen unserer Lebensenergie. Hier wird man gewahr, dass man bereits all das besitzt, wonach man glaubt, streben zu müssen. Man erfährt ein vollkommenes Sein-Dürfen im Moment der Stille und des bewussten Atmens.

Falls dich die ein oder andere Meditation anspricht, schau doch mal ob es in deiner Nähe einen Kurs oder einen Lehrer gibt. Denn wer Mediation in seinen Alltag bringen möchte, sollte sich eine aussuchen, die zu ihm oder ihr passt. Viel Spass beim Ausprobieren!

Sat Nam,

Mirjam

 

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