Vergeben – wie du lernst weiter zu machen

Das Thema Vergeben beschäftigt mich in den letzten 2 Jahren sehr intensiv. Wenn wir vergeben geht es einzig und allein um unser Wohlbefinden und wie wir unsere Zukunft gestalten. Wenn wir nicht lernen Menschen und Situationen zu verzeihen, sind wir im Gefühl der Abneigung und des Ärgers gefangen. Es heisst nicht alles zu akzeptieren oder hinzunehmen, sondern loszulassen und für sich selbst einen Weg zu suchen, mit der Person umzugehen.

Wir kennen das alle. Über Jahre hinweg kommt es vor dass uns Menschen unfassbar weht tun. Seelisch oder auch körperlich. Oder es kommt zu Situationen in denen man gedemütigt wird, bloss gestellt oder vernachlässigt wird. Mit diesen Gefühlen und den Situationen umzugehen ist furchtbar schwer, manchmal für uns gar unmöglich. Dann verdrängen wir oft was passiert ist oder welche Gefühle wir damit verbinden. Aber eines ist sicher, dass Verdrängung nicht zu Erfolg führt und wir uns dem Geschehenen irgendwann stellen müssen. Wenn wir diese negativen Gefühle ständig mit uns rumtragen, können wir uns nicht befreien. Wir müssen lernen zu akzeptieren (bedeutet nicht es hinzunehmen) und loszulassen. Vorfälle aus der Vergangenheit lassen sich nicht mehr ändern, aber wir bestimmen welchen Einfluss sie auf unsere Gegenwart haben.

Wir können sagen, dass es nicht in Ordnung war das:

  • der Partner einen demütigt
  • uns Gewalt angetan wurde
  • der Arbeitgeber einen gekündigt hat
  • die Freunde nicht hinter einem stehen
  • der Partner einen betrogen hat etc.

In Momenten in denen etwas schreckliches passiert oder dich deine Vergangenheit einholt, kannst du deine Gefühle auch einfach laufen lassen. Spüre die Wut, Angst und Verzweiflung. Es bringt nichts Gefühle zu unterdrücken, den irgendwann kommen sie nach oben und wollen erlebt und verarbeitet werden. Egal wie nahe dir die Menschen stehen, die dich verletzen oder enttäuscht haben, musst du lernen Grenzen zu setzten. Sonst diktieren sie weiterhin dein Leben und deine Gefühle.  Und da du entscheiden kannst, wie du dich fühlen möchtest, musst du Regeln aufstellen um dich zu schützen. Es wird immer Menschen in deinem Umfeld geben, die mit dir machen was sie wollen oder dir an den Kopf werfen was sie wollen. Aber du entscheidest wann Schluss ist. Ärgere dich über ihr Verhalten und setze dann Grenzen. Und jetzt kommt es zum Entscheidenen. Versuche zu verzeihen. Der Wille ist schon ein ein grosser Schritt in die richtige Richtung.

Um verzeihen zu können und das auch im Alltag zu leben, gibt es drei Schritte. Am Anfang müssen wir die Ursache benennen. Was ist passiert? Wie fühle ich mich mit dem was passiert ist? Es ist schliesslich immer etwas passiert, was nichts mit dir zu tun hat, es aber deinen Seelenfrieden stört und du sauer und traurig bist. Nachdem du die Ursache gefunden hast, kannst du anfangen loszulassen. Es bedeutet die Situation oder den Menschen loszulassen, damit du nicht mehr diese negativen Gefühl mit dir rumträgst. Schließlich willst du wieder im Reinen sein, glücklich und ausgeglichen. Zuletzt kannst du etwas machen, bei dem du eigentlich nichts machen musst. Und jetzt wird es tricky. Befreie dich und übergib die Situation. Lass etwas anderes (Universum, Buddha, Gott, Engel oder wie auch immer du es nennst) den Rest übernehmen und warte ab was passiert.

Es ist wichtig mit dir im Reinen zu sein. Und manchmal passieren unschöne Dinge, die uns aus dem Gleichgewicht bringen. Ebenso können auch wir andere aus dem Gleichgewicht bringen und sie verletzten. Deshalb solltest du dir auch immer selber verzeihen, damit es dir dann auch leichter fällt anderen Menschen zu verzeihen.

Die Anwendung der Vergebung ist eine Vollzeit-Arbeit und ist oft sehr schwer. Einige wenige schaffen es immer zu verzeihen und weiterzugehen. Aber es ist schon sehr grossartig, sich darin zu üben zu verzeihen und versuchen es umzusetzen.

Der Gedanke des Vergebens ist für mich zu etwas Grossartigem geworden, ich kann mit Altem abschliessen und mit Neuem offen und unvoreingenommen umgehen. Wir bestimmen am Ende, wie wir leben wollen und wie wir uns weiterentwickeln wollen. Warum soll uns eine schlechte Erfahrung lange begleiten?

Love&Light,
Mirjam

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